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  |  21. September 2018

Fernbahnhof sorgte für Verzögerung beim größten Wohnprojekt der Stadt

Die Verlegung des Hamburger Fernbahnhofs Altona soll sich um mindestens zwei Jahre verzögern. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, könnte die Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs am Diebsteich aufgrund der aktuellen Entwicklungen nun erst Ende 2025 erfolgen. Hintergrund für die Verzögerung ist ein Baustopp, den das Oberlandesgericht Hamburg verhängt hatte. Die Richter gaben einem Eilantrag des Verkehrsclubs Deutschland statt und bemängelten, dass der neue Bahnhof keine Verladeeinrichtungen für Autoreisezüge aufweisen würde. Am bisherigen Standort gibt es diese.

Der Baustopp wirkt sich nicht nur auf die Pläne der Bahn aus, die nun wohl auch mit deutlich höheren Kosten als den bisher geplanten 360 Millionen Euro rechnen muss. Auch viele Hamburger, die sich auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum befinden, müssen sich länger gedulden. Eigentlich sollte auf dem Gelände des aktuellen Bahnhofs der zweite Bauabschnitt der Neuen Mitte Altona realisiert werden. Bis zu 1900 neue Wohnungen sind hier geplant. Trotz des OVG-Verfahrens will die Deutsche Bahn aber an ihrem Vorhaben festhalten, den Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona wie geplant an den bisherigen S-Bahnhof Diebsteich zu verlegen. „Wir nehmen die vom Gericht aufgeworfenen Bedenken ernst und setzen alles daran, sie im Hauptsacheverfahren auszuräumen“, sagt Frank Limprecht, Leiter Großprojekte Regionalbereich Nord.

Die DB AG arbeitet intensiv daran, die vom OVG als unzureichend verbindlich bewertete Schaffung eines gleichwertigen Ersatzangebots zur Autoverladung sicherzustellen. Die Planung für eine neue Verladeanlage für Autoreisezüge wurde bereits parallel zum Planfeststellungsverfahren begonnen. Die neue Verladeeinrichtung für Autoreisezüge soll deutliche Vorteile gegenüber dem bisherigen aufweisen. Ob der Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamts überhaupt rechtswidrig ist, hat das OVG noch nicht entschieden. Dies wird sich erst im Hauptverfahren zeigen, dessen Eröffnung für das nächste Jahr erwartet wird.

Die Bahn soll dem SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf zufolge planen, im Herbst einen neuen Zeitplan für das Verlegungsprojekt vorzulegen. Sicher ist aber, dass sich der Baubeginn von Hamburgs größtem Wohnprojekt in jedem Falle verzögern wird. Auch dürfte die Frage nach den Verladeeinrichtungen für Autoreisezüge am neuen Standort am Diebsteich erst im kommenden Jahr geklärt werden. Aktuell wartet die Deutsche Bahn auf einen Termin für das Hauptsacheverfahren am Oberlandesgericht.

Die Freie und Hansestadt Hamburg bekennt sich uneingeschränkt zu diesem wichtigen Infrastrukturprojekt, das für den Fernbahnverkehr sowie die Stadtentwicklung von zentraler Bedeutung ist. „Hamburg braucht diesen neuen Durchgangsbahnhof, der eine Beschleunigung im Fernbahnverkehr bedeutet sowie in Altona Platz schafft für dringend benötigten Wohnraum. Wir hoffen auf eine schnelle gerichtliche Klärung“, sagt Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel.

Die ProHa Altona als Investor und Bauträger der geplanten Ankunftshalle, der beiden Hochhäuser und eines weiteren Gebäuderiegels hält an ihrer Partnerschaft mit der Bahn ebenfalls fest. „Wir gehen fest davon aus, dass unser Projekt realisiert werden kann – wenn auch mit etwas Verzögerung. Bei allen Schritten, die uns jetzt gemeinsam zügig ans Ziel bringen, kann die Bahn auf unsere Unterstützung zählen“, sagt Dennis Barth, Geschäftsführer der ProHA Altona, einem Joint Venture der Hamburger Unternehmen Procom Invest und HASPA PeB.
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